Posts mit dem Label Leder werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Leder werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 8. März 2021

Düppel-Quarantäne 116: Kaninchenpfote

Material: Kaninchen, 1,2m Lederband, optional3cm Durchmesser Kreis dünnes Leder

Werkzeug: Messer

1. Pfote im Gelenk abtrennen (passiert üblicherweise eh im Zuge vom Häuten). Lose hängend aufhängen sodass keine Tiere herankommen und sie trocknen kann

2. Wenn vollständig getrocknet (optional: Schnittfläche mit Leder abdecken, sonst 3.)

3. Mitte des Lederbandes  verwenden um Knoten um Pfote zu binden (Optional: und dabei Lederstück herunterzubinden)

4. Enden mit Gleitknoten binden, um als Talismann um den Hals tragen zu können

Authentizität: Hasenpfoten tauchen als Talisman in jüngeren Zeiten auf, inwiefern sie im 12. Jhd verwendet wurden ist mir nicht bekannt. Jedoch sind die Pfoten ein "Abfallprodukt" und während Kaninchen meineswissens nicht heimisch waren, sind Hasen durchaus auf dem Menü von Düpplingern vorstellbar (Knochen von Wild wurden gefunden, auch wenn dies in dieser Zeit vermutlich Wilderei war)









Sonntag, 7. März 2021

Düppel-Quarantäne 115: Gleitknoten

Eine Kurze Anleitung, aber immer nützlich vorallem wenn man Kindergruppen betreut die sich irgendwelche Dinge um den Hals hängen wollen. Einfacher zu zeigen als zu erklären, ich tue mein Bestes

Material: ca 1m glattes Band - ideal ist rundes Lederband

1. Die zwei Enden vom Band nehmen und zwischen Daumen und Zeigefinger derart halten, dass sie parallel liegen aber das eine Ende links und das andere andere Ende rechts herausschaut. Wir nehmen das rechte Ende für den Knoten. Dieses sollte 8-10cm herausstehen.

2. Rechtes (Knoten-)Ende auf sich zurückfalten, sodass eine Schlaufe rechts von Daumen und Zeigefinger ist

3. Knotenende ca. 1,5 cm nach der ersten Schlaufe noch ein zweites Mal auf sich zurückfalten, sodass es wieder nach rechts zeigt

4. Knotenende 3-4 Mal von der linken Schlaufe Richtung rechte Schlaufe wickeln

5. Knotenende durch rechte Schlaufe stecken

6. links vom Knoten an beiden Bändern ziehen. Eines sollte durch den Knoten rutschen, das andere sollte die soeben erwähnte rechte Schlaufe zuziehen. Rechte Schlaufe komplett zuziehen

7. das Ganze umdrehen und Punkte 2-6 mit dem anderen Ende wiederholen.

Die beiden Knoten sollten sich nun einzeln am Band entlang verschieben lassen, sodass man das gesamte Band länger oder kürzer ziehen kann.

Authentizität: keinerlei Nachweis oder Indiz dafür, dass dies verwendet wurde.










Samstag, 6. März 2021

Düppel-Quarantäne 114: Horn-Zunderdose

Material: aufbereitetes Horn, Dünnes Brettchen, Wachs, (Deckel: Blase, Lederband)

Werkzeug: Säge, Bleistift, Schliefpapier oder Feile, Topf mit Wasser, Schale, Schere,

1. ca. 10cm langes Segment Horn absägen

2. unteres Ende (kleinere Öffnung) auf Brettchen legen, innen drumrum Zeichnen und mit 2mm Luft aussägen

3. Mit Feile oder Schliefpapier schliefen, bis es fast passt

4. Hornsegment 30-60 Minuten kochen

5. Brettchen in größere Öffnung einsetzen und zur kleineren hin eindrücken. Hierbei ist das Ziel, dass das Horn sich um die letzten kleinen Unpassendheiten anpasst, um einen dichtenden Sitz zu sichern

6. über Nacht abkühlen und trocknen lassen

7. Wachs in Schale schmelzen, Boden in Wachs tunken um vollends abzudichten. überschüssiges Wachs abwischen. Wenn man einen Horn-Becher herstellen will, dann kann man hier das Innere mit Wachs ausgießen und ist fertig.

8. obere Öffnung auf Blase legen und mit 2cm Abstand drumherum zeichen.

9. Blase einweichen, mit Außenseite zum Gefäßinneren über Öffnung ziehen und mit Lederband anbinden

Die Blase trocknet hart aus und lässt sich dann wie ein Deckel abnehmen und wieder drüber schieben. Sie ist eine semipermeable Membran, die so aufgebracht Feuchtigkeit von innen raus, aber nicht von außern reinlassen soll. Ein Holzdeckel ist aber nicht viel schlechter.

Authentizität: ich las von Horn-Zunderdosen, die später zu Pulverhörnern wurden. Allgemein wurde Horn für viele Dinge verwendet, wo Wasser das Hauptthema ist, auch z.B. für Wetzsteine bei der Ernte wo sie bis vor 100 Jahren eingesetzt wurden. Jedoch kenne ich keine guten Fundbelege die auf Düppel richtig passen.


 

 














 

Montag, 23. November 2020

Düppel-Quarantäne 94: Trinkschlauch-Experiment Teil 2

Material: Trinkschlauch-Basis (s. https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2020/11/trinkschlauch-experiment-teil-1.html), Leder, gewachstes Leinen, optional Seil

Werkzeug: Schere, Nadel, optional Ahle

1. Um Trinkschlauch-Basis drumherum zeichnen um eine grobe Ovalform zu erhalten. Umfang des Ovals mit Schnur abmessen und Höhe abschätzen um einen Seitenrand zu erstellen. Die Höhe abschätzen und den Oval-Umfang X Höhe als Rechteck einzeichnen. Dann Rechteck an Enden schmaler zulaufen lassen (Ösen im Bild hab ich später abgeschnitten)

2. Teile zusammenähen. Dabei Öffnung oben weit genug offen lassen um nassen Schlauch reinzukriegen.

3. Trinkschlauch einweichen und reinschieben. Trinkschlauch um Mundstück legen (ggf zuschneiden) und durch Schnur-Umwicklung fixieren

4. Trinkschlauch aufblasen und aufgeblasen trocknen lassen

5. Optional Seil mit Seilschlaufen zu Träger fixieren (spleißen)

Verwendung: Mit Wasser füllen um zu verwenden (ggf. nach 5 Minuten nachfüllen, da Schlauch dann weich ist und in Lederhülle von unten ausfüllt). Immer wenn leer aufgeblasen trocknen lassen, da sonst schwer das nächste Mal aufzufüllen.

Erfahrung: ca. 7 Mal auffüllen, 24h hängen lassen, leeren, 24h trocknen lassen ging problemlos. Dann fing der Schlauch an zu schimmeln und ist dadurch brüchig geworden und hielt das Wasser nicht mehr. Anfangs hatte nach 24h das Wasser einen leichten Ammoniak-Geruch jedoch nicht zu schlimm. Kurz vor Ende der Lebenszeit war dem Wasser nichts mehr anzumerken.

Verbesserungspotential: Ich muss besser verhindern dass das Material schimmelt. Ansätze hierzu: Luftlöcher in das Leder schneiden, damit der leere Schlauch besser und schneller durchtrocknet. Die Literatur beschreibt für ähnliche organische Gebrauchsmaterialien (Darmsaiten für Instrumente, Darmkondome) dass sie mit Lauge ausgewaschen und anschließend mit Schwefel geräuchert wurden. Mal sehen was sich davon umsetzen lässt.

 

 










 

Freitag, 15. Mai 2020

Düppel-Quarantäne 57: Leder fetten

Teil 3 der Pflegeserie

Material: Fett
Werkzeug: Lappen, Bürste

1. Trockenen Dreck abbürsten. Klebriger Dreck mit leicht-seifigem lauwarmen Wasser abwaschen und Leder gut trockenn lassen
2. Leder gut mit Fett einreiben

* Snorri verwendet am liebsten Sattelfett
* Notfalls tut es auch Öl (Sonnenblumen, Raps oder Ähnliches) mit einem klitzekleinen bisschen Bienenwachs (<10%  - es muss bei Fingerwärme leicht schmelzen)

Haben andere Ergänzungen? Ich bin hier bei weitem nicht die wissendste Person, wollte nur dass ihr euer Leder fettet, vorallem mechanisch belastete Dinge wie Schuhe.


Freitag, 3. April 2020

Düppel-Quarantäne 15: Leder Schneidenschutz für gerade Schneiden

Dies ist quasi eine Scheide, bloß kleiner. Das hier vorgestellte Verfahren geht hauptsächlich für gerade Schneiden, weil man immer will dass die Schneide auf Leder liegt (... und nicht der Naht) und man das hier sicherstellt indem man das Leder über die Schneide faltet

Material: Lederrest, fester Faden (Zwirn, gewachstes Leinengarn,...)
Werkzeug: Ahle, Schere oder Messer um Leder zuzuschneiden, zwei Nadeln, Optional Stift

1. Leder über Schneide falten
2. Leder in gewünschter Form zusammenkneifen und Kontaktstellen der zwei Lederstücke markieren
3. Leder mit 5mm Abstand zu den Kontaktstellen ausschneiden
4. Leder ohne Inhalt wie finale Form zusammenfalten und 4mm vom Rand entfernt, alle 8mm, durch beide Schichten mit einer Ahle vorstechen
5. die zwei Enden einer Fadenlänge (etwa 1m) durch die beiden Nadeln fädeln
6. Beide Schichten zusammenähen indem man durch jedes Loch beide Nadeln gleichzeitig in gegenläufige Richtungen durchfädelt, entsprechend der Stoßnaht des Fingerhuts

Geht auch für Klingen mit gerader Schneide die aber seitwärts verbogen ist, wie manche Löffelschnitzmesser

Authentizität: keine Funde aber sehr wahrscheinlich





Mittwoch, 25. März 2020

Düppel-Quarantäne 6: Nadel-/Salzdose


Material: Leder (etwas fester), Ast oder anderes Rundholz, festes Garn (gewachstes Leinen, Zwirn, Ledernähgarn,...)
Werkzeug: Säge, Ahle (selber herstellen: https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2020/03/duppel-quarantane-1-ahle.html), zwei Nadeln, leichter Hammer, Messer

1. Holzscheiben absägen der Dicke 0,5cm und 2cm
2. Leder zu einem Rechteck zuschneiden. Länge= gewünschte Dosenlänge + 0,8cm, Breite muss genau um Holzscheibe passen
3. Löcher für Stoßnaht stechen (Lederaußenseite 4mm von Lederkante schräg nach Lederinnenseite 0mm von Lederkante. Abstand zum unteren Rand 4mm, dann alle 8mm)
4. Stoßnaht nähen (s. https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2020/03/duppel-quarantane-2-leder-fingerhut.html). Zwischen erstem und zweiten Stich die dünne Holzscheibe einlegen, um sie "einzuklemmen"
5. mit Ahle jeweils an 8 Stellen durch Leder in die dünne Holzscheibe vorstechen und dann mit einem sehr dünnen Holznagel fixieren. Dieser sehr dünne Holznagel kann entweder hergestellt werden indem eine weitere 1,5cm dicke Holzscheibe abgesägt, kleine Stückchen abgespalten und in Form geschnitzt werden. Alternativ kann man natürliche Dorne von Schlehen und ähnlichen Büschen verwenden. Holznagel einführen, sanft mit Hammerschlägen fixieren und dann eben zum Leder abschneiden
6. 2cm Holzscheibe leicht zulaufend zuschneiden und als Deckel reinstecken

Authenzität: mir ist keine genaue Fundvorlage bekannt, die Materialien, Verfahren und Nadeldosen etwa dieser Größe und Form sind authentisch





Samstag, 21. März 2020

Düppel-Quarantäne 2: Leder-Fingerhut

Material: zähes Garn (Zwirn, Leinengarn,...), Wachsreste, Lederreste, Tesafilm und ein Fetzen Plastikfolie
Werkzeug: Ahle (s. https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2020/03/duppel-quarantane-1-ahle.html), Stift, Schere oder Messer

Schritte:
  1. Folienfetzen und Tesafilm locker um Zielfinger wickeln, um Vorlage zu erstellen
  2. Folie entlang Fingerrücken und Fingernagel aufschneiden, und daraus wie in Zeichnung türkis skizziert Schnittmuster entwerfen
  3. Leder ausschneiden
  4. Löcher wie rot skizziert vorstechen (3mm Abstand zum Lederrand, 4mm Abstand zu einander, Winkel in rot skizziert)
  5. Nähte als Stoßnaht im Parallelstich zusammennähen (https://www.youtube.com/watch?v=-UMjSPU2tXY , https://www.adalbert-shouster.com/de/post/naehte/ erste Naht). Wenn man lange Fingernägel hat, dann empfiehlt es sich die Naht entlang des Fingernagels in der Mitte offen zu lassen.
  6. Optional: Stoßnähte platthämmern 
  7. Optional: in Wasser einweichen und dann am Zielfinger trocknen lassen, um genauer anzupassen

Authenzität: sehr wahrscheinlich aber ohne direkten Fundbeleg








Düppel-Quarantäne 1: Ahle

Material: (gebrochene) Nähnadel (Idealerweise recht dick), Holzrest, Uhu (noch besser: Sekundenkleber), Nagel
Werkzeug: Schnitzmesser, Hammer, Zange

Schritte:
  1. Holzrest zu Form schnitzen die gut in der Hand liegt -> Griff
  2. Vorne in Griff Nagel zu 2/3 einschlagen, dann mit Zange wieder rausziehen (Loch für Ahle)
  3. Ör von Nähnadel durch hin-und-herbiegen oder durch abzwicken entfernen
  4. Uhu in Loch im Griff einfüllen
  5. Nadel mit Ör-Seite voraus in Griff stecken, gegebenenfalls mit Holzsplittern einklemmen

Diese Ahle ist nicht optimal, man muss die Nadel immer mal wieder neu befestigen, aber sie ist allemal besser als keine Ahle
 
Authentizität: authentisch wäre einkleben mit Birkenteer sowie eine nicht-Edelstahl Nadel. Gut poliert kann eine nicht-Edelstahl Nadel aussehen wie eine Edelstahl-Nadel, sofern man also keinen sichtbaren Kleber hat kann diese Ahle trotz intrinsischer nicht-Authenzität als Authentisch durchgehen.