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Mittwoch, 6. Mai 2020

Düppel-Quarantäne 48: Werkzeughülle

... hab's fast vergessen, also ein älteres schnelles Projekt.

Material: Leinen oder weiches Leder, gewachstes Leinen, Lederband
Werkzeug: Schere, Nadel

1. Rechteck ausschneiden das ca. 2,5 Mal so lang ist wie Werkzeug hoch
2. Rand umsäumen (nur Leinen)
3. unteres viertel hochfalten und so in Streifen festnähen, dass Taschen für Werkzeug entsteht
4. Lederband annähen
5. Werkzeug rein
6. oberes Drittel runterfalten
7. zusammenrollen und zusammenbinden

Authentizität: mir nicht bekannt, aber wahrscheinlich


Dienstag, 5. Mai 2020

Düppel-Quarantäne 47: restliche Notizen zum Gewandungsnähen

... in der Form wieder ein bisschen anders, aber ich fand sie trotzdem erwähnenswert.

1. Wenn man für Personen näht die man nicht vermessen kann (z.B. für die Kleiderkammer), dann kann man auch auf online-Maßtabellen zugreifen. Diese enthalten typische Körpermaße für verschiedene Personen. Ich habe verwendet
* Maßtabellen für Schnittmuster:
https://www.creativeschneiderei.de/masstabellen.shtml
* Stricktabelle um den Kopfumfang zu erhalten:
https://kindergroessen.info/kindergroessen/muetzengroessen-kinder/
* Medizinische Tabellen für Oberarmumfang

2. Einen geschlitzten Halsausschnitt kann man erstellen wie den runden Halsausschnitt nur statt dem Kopfumfang nimmt man den Kragenumfang (z.B. aus Maßtabelle für Schnittmuster). Die Differenz zwischen Kragenumfang und Kopfumfang wird dann halbiert um die Schlitzlänge zu bestimmen.

3. Um eine stabile Bindeschnur für einen geschlitzten Halsausschnitt zu kriegen kann man sie innen in den Kragen rundrum einnähen

4. Diese Erkenntnis ist wohl nicht so überraschend, aber: ein Kleid ist eine lange Tunika mit rundem Halsausschnitt.

... das heißt jetzt müssten sich alle einkleiden können :-P


Montag, 4. Mai 2020

Düppel-Quarantäne 46: runder Halsausschnitt

... zur Tunika (https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2020/05/duppel-quarantane-45-tunika.html).

Material: Papier, optional: Tunika/Kleid, gewachstes Leinengarn
Werkzeug: Stift, optional: Nadel, Schere

1. Kopfumfang messen - da muss die Tunika/Kleid drüber.
2. Kopfumfang durch 2Pi teilen (also durch 6,28), dies ist der Radius des Kopfes -> Kreis mit diesem Radius malen
3. Nahtzugabe vom Radius abziehen (Minimum 8mm - gibt recht viel Luft, Maximum 12mm - passt nur knapp über Kopf) --> Kreis mit diesem Radius um dieselbe Mitte malen wie vorheriger Kreis
4. Linie durch die Mitte malen. Dieser Strich wird die Spiegelachse
5. Länge von Linie innerhalb innerem Kreis abmessen. Auf 2/3 der Länge einen Strich ziehen der senkrecht zu dieser Linie ist. Dieser Strich wird auf der Halsnaht liegen
6. Die zwei Stellen wo der Strich den inneren Kreis schneidet markieren. Hier einen kleinen Strich senkrecht dazu malen.
7. diese kleinen Striche in einer gerundeten Linie mit dem inneren Kreis verbinden. Dies wird die eigentlich ausgeschnittene Linie
8. entlang der Spiegelachse falten und ausschneiden

optional
9. auf Tunika/Kleid übertragen sodass die Spiegelachse auf der Mitte liegt und der Strich senkrecht dazu auf der Halsnaht liegt
10. ausschneiden
11. Stoff 5mm breit doppelt nach innen umfalten und festnähen

Authentizität: sowohl für Tuniken als auch für Kleider authentisch.










Sonntag, 3. Mai 2020

Düppel-Quarantäne 45: Tunika-Schnittmuster erstellen

... diese Anleitung ging nicht ganz so glatt wie die Bruche, weil ich das Zuschneiden überstürzt habe. Deswegen hatte ich versehentlich die Schultern zu schmal geschnitten und musste Stoffstücke einsetzen, hab keine Luft am Bauch gelassen und keine anständigen Fotos vom Zuschnitt gemacht. Entschuldigung.

Halsausschnitt mache ich getrennt, das ist nochmal ein bisschen rechnen.

Material: Papier, optional: Stoff, gewachstes Leinen
Werkzeug: Stift, Maßband, optional: Faden, Schere

1. Folgende Dinge messen (siehe Bild): Kopfumfang (für Halsausschnitt), Schulterbreite, Schulterlänge, Armlänge, Oberarmumfang, Handumfang (damit die Hand durch den Ärmel passt), Bauchumfang, Tunikalänge. Bei Personen bei denen der Brustumfang möglicherweise größer ist als der Bauchumfang, empfielt es sich diesen auch zu messen und statt des Bauchumfangs zu verwenden - ein bisschen mehr Luft am Bauch schadet niemandem. Beispielmaße sind wieder von meinem Mann, da ich etwas mehr atypisch gebaut bin und die Tunika für die Kleiderkammer ist.

2. Tunikaschnitt wie in Zeichnung erstellen. Dabei folgende Punkte beachten
* Ich hab Stoffumbrüche vergessen einzuzeichnen. Der Ärmel liegt oben auf einem Stoffumbruch, der Zwickel unter dem Ärmel auch (aufgeklappt ist er ein Quadrat) und die Geren (Dreieckskeile an den unteren Seiten der Tunika) auch - bzw. üblicherweise schneidet man eine Gere am Stoffumbruch und näht die übriggebliebenen kleineren Dreiecke zusammen um die zweite Gere zu bilden und Stoff zu sparen
* Um den Bauch braucht man Luft, mindestens 4cm auf jeder Seite hinzufügen
* an der Hand und am Oberarm auch je 2cm Luft hinzufügen
* die halbe Geren-Breite ist als 12cm vermerkt. Es sollte nicht weniger als 8cm sein und mehr als 20 ist auch doof, aber die genaue Breite hängt bei mir immer von der Größe der Stoffreste ab
* die Zwickel mit 14x14cm sind auch variabel, für Erwachsene mache ich üblicherweise diese Größe, für Kinder 10x10cm.
3. Nähen (alles außer Ärmelsaum und Halsausschnitt)
4. Halsausschnitt-Anleitung kommt morgen. Authentizität auch.






Samstag, 2. Mai 2020

Düppel-Quarantäne 44: Schnittmuster Bruche

Diese Bruche geht in die Kleiderkammer. Da ich persönlich eher atypische Maße hab, habe ich meinen Mann als Maß der Dinge verwendet.

Material: Papier, zum Nähen: Stoff und gewachstes Leinengarn
Werkzeug: gut passende Jeans (oder andere inelastische Hose), Maßband, Bleistift, zum Nähen: Nadel, Schere

1. Hose so zusammenfalten, dass der Hintern außen ist
2. Hose abmessen so wie in der Zeichnung dargestellt. Dabei ist wichtig, dass der Schritt maximal 5cm nach unten verschoben wird.
3. Schnittmuster erstellen wie in Zeichnung dargestellt. Der Schritt sollte nicht mehr als 2cm breiter werden, sonst fühlt sich die Hose doch sehr windelig an. Optional kann man den Schritt nach oben hin schmaler machen, um das Windel-Gefühl zu reduzieren.
4. Am Bund 5cm Nahtzugabe geben, sonst überall 2cm
5. Ausschneiden und nähen. Idealerweise Bund und Knöchel an Träger abstecken bevor sie genäht werden.

Authentizität: dies ist ziemlich gut für ein authentisches Schnittmuster

Passform: mein Mann findet sie gemütlich, auch wenn er das Konstruktionsprinzip befremdlich findet (er trägt üblicherweise keine Mittelalterklamotten).








Mittwoch, 29. April 2020

Düppel-Quarantäne 41: Fadenspulen

Material: dünne Holzleiste, Schnur
Werkzeug: Schnitzmesser, Bohrer, optional Säge, optional Schleifpapier

1. in ca. 3cmx5cm Plättchen unterteilen
2. in taillierte Form Schnitzen
3. Loch bohren
4. neben dem Loch eine kleine Kerbe schnitzen um Fadenende einzuklemmen
5. Optional abschleifen

Authentizität: diese Form von Fadenspulen wurde in Wikingerausgrabungen belegt. Es passt genug Näh-Faden für eine Bruche aber nicht für ein Zelt drauf. Möglicherweise wurden darauf auch Stickgarne aufbewahrt.





Dienstag, 28. April 2020

Düppel-Quarantäne 40: Knochennadeln

Material: Knochen
Werkzeug: Säge oder Axt, Feile, feiner Bohrer (max 2mm)

1. schmales Stück Knochen abspalten oder absägen
2. runterfeilen zu 3-4mm Dicke (in zwei Richtungen, die dritte hat die Länge des Splitters)
3. Loch in breiteres Ende Bohren
4. überschüssiges Material abschleifen

Authentizität: sehr

Was dabei schief ging: nur die wenigsten Splitter waren so wie ich sie wollte. Aber ich hatte keine Lust mehr auf sägen und mehr Knochen als ich brauch.




Freitag, 17. April 2020

Düppel-Quarantäne 29: Schafpelze zum Schlafpelz vernähen

Dies basiert auf den Schafspelz-Schlafrollen die viele haben. Ich wollte sowas auch, hatte aber schon Pelze die ich verwenden wollte, also hab ich diese zusammengenäht - altes Projekt.

Material: zwei Schafpelze, gewachstes Leinengarn
Werkzeug: scharfes Messer (z.B. Cuttermesser), dicke Nadel

1. Bei beiden Fellen identifizieren wo der Hals ist. Felle 'Hintern an Hintern' aneinander legen
2. Felle so abschneiden, dass sie sich an einer geraden Linie treffen. Beim Schneiden von Fellen immer von der Lederseite her mit einem Messer schneiden und versuchen keine Haare abzuschneiden.
3. Felle zusammennähen. Ich wollte eine Polnische Naht (https://de.wikipedia.org/wiki/Pelzn%C3%A4hen) wählen da die Haare zur Nahtlinie von beiden Seiten hinwachsen, hab aber glaube ich versehentlich eher eine Stoßnaht genäht... egal, wichtig ist dass man eine Naht wählt bei der man nicht dauernd beim Nähen Haare mit dem Faden durch's Loch zieht. Die Wikipedia-Anleitungen sind eigentlich gut...
4. Am Ende Haare die vielleicht doch in die Naht reingezogen wurden wieder heraussziehen
5. Auf der Fell-Seite mit einer groben Bürste vorsichtig die Haare in der Umgebung der Naht bürsten

Authentizität: Schlafrollen wurden immer wieder beschrieben, ob sie wirklich so aus zwei Schafsfellen bestanden ist mir unbekannt... aber es schläft sich darauf toll





Mittwoch, 15. April 2020

Düppel-Quarantäne 27: Webkanten zusammennähen

Keine Ahnung wo ich das her hab, ich glaube ich hab es von B abgeguckt..

Material: Garn (z.B. langes Ende vom Schussfaden), gewebter Stoff
Werkzeug: dicke Nadel

1. Garn am Anfang durch eine Schussfadenschlaufe an jedem Stoffteil ziehen und verknoten. Kurzes Ende im Stoff verweben, langes Ende wird zum zusammennähen verwendet
2. Jeweils eine Schlaufe des Schussfadens auf dem einen und dann auf dem anderen Stoffstück durchstechen - immer abwechselnd
3. am Ende wieder einen Knoten binden und vernähen

Obwohl die Fotos die Farbe des Schussfadens zum vernähen verwenden, wurde die Naht damit sehr auffällig und ich hab diese Naht wieder aufgetrennt und stattdessen die Farbe der Kettfäden verwendet - viel unauffälliger.

Authentizität: Keine Ahnung, muss ich die Kleiderkammer fragen





Montag, 13. April 2020

Düppel-Quarantäne 25: Nähnadeln

Die Werkzeugliste ist etwas exzentrisch, aber ich wollte euch möglichst Alternativen bieten damit man das zuhause noch zusammenimprovisieren kann...

Material: Draht (Messing, Bronze oder Kupfer, 1mm bis 1,5mm Durchmesser)
Werkzeug: Drahtschneide-Zange, Hammer, Eisenklotz (oder Ambos oder großen Hammer), Metallfeile, Polierschwamm oder Schleifpapier, selbstbohrende Holzschraube, harte Unterlage (härter als normales Holz, weicher als Eisen. Gut funktioniert haben bei mir Zinn, Blei, Knochen [Suppenknochen] und Aststellen in Brettern)

1. ca. 4cm Draht abzwicken
2. an einem Ende ca. 1cm flach klopfen
3. Holzschraube als Meisel, harte Unterlage als Unterlage verwenden. Vorsichtig mittig in dem flachen Ende die Holzschraube einschlagen. Dabei sollte man so weit schlagen, dass sich das Metall auf der anderen Seite wölbt aber noch nicht durchbrochen ist
4. Wölbung mit der Metallfeile abfeilen
5. Schritte 3 & 4 wiederholen bis nach dem Feilen ein Loch sichtbar ist
6. Mit Holzschraube drehend das Loch größer pulen bis man entweder Angst hat dass eine Seite reißt oder das Loch groß genug für den Faden ist
7. nicht-flaches Ende schräg abschneiden
8. Nadel von allen Seiten sanft klopfen (ganze Länge außer Bereich in dem das Ör ist) um sie zu härten --> siehe Stecknadelanleitung (https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2020/04/duppel-quarantane-20-stecknadeln.html)
9. Nadelspitze wie bei Stecknadel mit Feile spitz feilen
10. Nadelkopf rund/symmetrisch feilen
11. Nadel polieren

Authentizität: Sehr.

Was dabei schief ging: Ich mache schon länger Nadeln. Alles Mögliche... hier ein Auszug
1. Wenn die Unterlage zu weich ist verdallt sich der flachgeklopfte Teil der Nadel oder das Ör wird ganz fransig durchgerissen
2. Selbst mit Übung rutscht bei ca. jeder 5. Nadel der Nagel ab und das Ör wird so schief dass man es nicht gebrauchen kann. Abzwicken, neu stechen... kurze Nadeln sind auch schön. Am Anfang sind mehr als die Hälfte der Nadeln hieran gescheitert.
3. Wenn man beim Ör stechen zu stark draufhaut reißt es aus. Wenn man zu schwach draufhaut dellt der Draht nicht richtig aus und man kann das Material nicht abschleifen...