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Sonntag, 16. Mai 2021

Düppel-Quarantäne 134: Webpelz 3

 

Siehe auch Webpelz 1 und Webpelz 2

Material: Wollgarn, Deckhaar-Locken aus Vlies

Werkzeug: aufgespannter Webrahmen

1. Wie normal weben

2. Alle ca. 3cm eine Reihe eine Locke mittig über zwei Kettfäden legen. Dann unter der Locke (also zwischen letztem Schussfaden und Haltepunkt) durchgreifen und die beiden Enden nach vorne ziehen. Locke zum Schussfaden herunterziehen. Ca. alle 4cm wiederholen.

3. 3cm weben und 2 wiederholen.

Nach Abschluss des Gewebes wie gewohnt vom Webrahmen schneiden und versäubern. Mit sauberem Wasser ausspülen und nachdem es wieder getrocknet ist sehr sanft auskämmen. Achtung, beim Auskämmen muss man die Fixierungspunkte festhalten, sonst kann man die Locken herausziehen. Der Webpelz wird gekämmt, wie man einem kleinen Kind die Haare kämmt (Wurzeln festhalten, bei den Spitzen anfangen und vom Stoff sanft wegziehen, um nicht zu viele Strähnen auf einmal im Kamm zu haben).

Authentizität: Webpelze tauchen in der Geschichte immer wieder auf, von Sumerern zu aktuell noch getragenen Trachten in Rumänien. Ob und wie sie Düppel-tauglich sind debattiert aktuell noch das Kitguide-Team.

Zusatznotiz: diese Einlegeform ist in skandinavischen Funden weit verbreitet und heißt Rya Knoten. Er hat dieselbe Knüpfform wie persische Teppiche. Das resultierende Gewebe selber hat einen leichten Strich nach unten. 









Donnerstag, 6. Mai 2021

Düppel-Quarantäne 133: Webpelz 2

Siehe auch Webpelz 1

Material: Wollgarn, Deckhaar-Locken aus Vlies

Werkzeug: aufgespannter Webrahmen

1. Wie normal weben

2. Alle ca. 3cm eine Reihe Locken einziehen. Dazu bei einem Fach erst den Schussfaden einlegen und anklopfen. Dann alle ca. 8cm eine Locke über eine Länge von ca. 3cm einlegen. Dazu Deckhaar-Locken vorsichtig aus dem Vlies ziehen. Die Locke wird so eingelegt, dass sie auf einer Seite etwas länger heraussteht als auf der anderen.

3. Ein Ende um 1-2 Fäden doppelt rumschlingen

4. 3cm weben und 2-3 wiederholen.

Nach Abschluss des Gewebes wie gewohnt vom Webrahmen schneiden und versäubern. Mit sauberem Wasser ausspülen und nachdem es wieder getrocknet ist sehr sanft auskämmen. Achtung, beim Auskämmen muss man die Fixierungspunkte festhalten, sonst kann man die Locken herausziehen. Der Webpelz wird gekämmt, wie man einem kleinen Kind die Haare kämmt (Wurzeln festhalten, bei den Spitzen anfangen und vom Stoff sanft wegziehen, um nicht zu viele Strähnen auf einmal im Kamm zu haben).

Authentizität: Webpelze tauchen in der Geschichte immer wieder auf, von Sumerern zu aktuell noch getragenen Trachten in Rumänien. Ob und wie sie Düppel-tauglich sind debattiert aktuell noch das Kitguide-Team.

Zusatznotiz: diese Einlegeform ist in Island-Funden weit verbreitet und wird deswegen auch "isländischer Knoten" genannt. Das resultierende Gewebe selber hat keinen eindeutigen Strich, der Strich im vorletzten Bild ist durch aufgehängtes Trocknen und gerichtetes Auskämmen entstanden.









 

Dienstag, 4. Mai 2021

Düppel-Quarantäne 132: Webpelz 1

Material: Wollgarn, Deckhaar-Locken aus Vlies

Werkzeug: aufgespannter Webrahmen

1. Wie normal weben

2. Alle ca. 3cm eine Reihe Locken einziehen. Dazu bei einem Fach erst den Schussfaden einlegen und anklopfen. Dann alle ca. 8cm eine Locke über eine Länge von ca. 3cm einlegen. Dazu Deckhaar-Locken vorsichtig aus dem Vlies ziehen. Die Locke wird so eingelegt, dass sie auf einer Seite etwas länger heraussteht als auf der anderen.

3. nächstes Fach öffnen. Schussfaden einlegen und anklopfen. Dann von jeder Locke das längere Ende ca. 1cm weit zurück einlegen. Die Locken bilden nun jeweils eine asymmetrische U-Form. 

4. 3cm weben und 2-3 wiederholen.

Nach Abschluss des Gewebes wie gewohnt vom Webrahmen schneiden und versäubern. Mit sauberem Wasser ausspülen und nachdem es wieder getrocknet ist sehr sanft auskämmen. Achtung, beim Auskämmen muss man die Fixierungspunkte festhalten, sonst kann man die Locken herausziehen. Der Webpelz wird gekämmt, wie man einem kleinen Kind die Haare kämmt (Wurzeln festhalten, bei den Spitzen anfangen und vom Stoff sanft wegziehen, um nicht zu viele Strähnen auf einmal im Kamm zu haben).

Authentizität: Webpelze tauchen in der Geschichte immer wieder auf, von Sumerern zu aktuell noch getragenen Trachten in Rumänien. Ob und wie sie Düppel-tauglich sind debattiert aktuell noch das Kitguide-Team.

Zusatznotiz: diese Einlegeform habe ich erfunden. Die nächsten beiden Beiträge sind Einlegeformen nach diversen Funden. Ich habe diverse durchgetestet um ein Gefühl für das Textil und die Ähnlichkeiten/Unterschiede zu erhalten.










Dienstag, 30. März 2021

Düppel-Quarantäne 120: Wollsorten

Dies ist eher ein Erfahrungsbericht als ein eigenes Projekt. 

Vor etwa 2 Jahren begann ich Haare diverser Kreaturen zu sammeln um sie zu verspinnen, nadelzubinden und in einer Decke zu verarbeiten. Anstoß war eine Analyse aus York, die zeigte dass gar nicht einmal so viele Stoffe ausschließlich aus geschorenen Haaren von einer Sorte Schafen hergestellt waren. Viele Textilien enthielten Beimischungen anderer Schafsorten, einige enthielten Wolle die bei der Lederherstellung abgefallen war, aber einige enthielten auch Haare anderer Wesen wie Ziegen.

Ich habe inzwischen 103 Proben verarbeitet, wobei ein paar Sorten doppelt sind weil ich an Wolle in verschiedenen Verarbeitungsständen gekommen bin

* >65 Schafsorten

* 8 Hundesorten

* 2 Eselsorten

* 1 Kaninchesorte (Angora)

* 3 Katzensorten

* 1 Ziegensorte (Mohair)

* 1 Mensch (ich)

* 1 Kamel

* 2 Alpaka Sorten

* 2 Pony Sorten

* 1 Rindersorte

* Schweifhaar/Quastenhaar von Rind und Pferd

Alle Haare außer Schaf, Ziege, Kamel und Alpaka sind ausgekämmt, die vier gerade genannten Tierarten sind geschoren.

Meine (unvollständige) Erkenntnisse aus dem Prozess:

1. Kurze gerade Dicke Haaren lassen sich am schwersten Spinnen (Pony, Rind, Esel, manche Hunde)

2. gefolgt von sehr unbiegsamen langen Haaren (Schweifhaar, Quastenhaar)

3. Wenn Menschen die Wolldecke im Vergleich streicheln landen sie immer bei den Hundewollen. Von all den Sorten ist Hundewolle - von allen verarbeiteten Hunden - die weichste, flauschigste und wärmste Wolle

4. Katzenwolle ist am Anfang sehr flauschig, verfilzt aber wie die Pest. Selbst das anfassen um sie zu spinnen reicht dass sie verfilzen. Nach dem verfilzen wird jedes Textil starr und nur noch milde flauschig

5. Schafswolle ist sehr sehr divers. 

Das sind die für mich herausstehenden Punkte. Wer Fragen hat: immer her mit.



Montag, 4. Januar 2021

Düppel-Quarantäne 105: Experiment Arbeit mit Kienspan im Mund

Es gibt Abbildungen von arbeitenden Personen mit Kienspan in dem Mund (16. Jhd, https://www.redensarten.net/Bilder/maulaffen.jpg). Hier eine Frau die spinnt und ein Mann der Gefäße in beiden Händen trägt. Beide beleuchten sich die Arbeit mit Kienspan im Mund. 

Getrennt davon behauptet das Internet, dass Personen in der Steinzeit in Höhlen mit Kienspan im Mund gearbeitet haben. 

Dies musste ich ausprobieren.

Fazit: zwischen den Backenzähnen festgehalten ist der Kienspan einfach zu halten und man muss nicht viel darüber nachdenken. Jedoch ist das Licht sehr gewöhnungsbedürftig, weil die Lichtquelle zwischen den Augen und dem Werkstück ist. Dadurch gewöhnen sich die Augen an die Helligkeit der Flamme. Es ist möglich die erleuchteten Objekte um die Flamme herum zu sehen, jedoch ist es einfacher wenn der Kienspan irgendwo in größerem Abstand zu den Augen befestigt ist. 



Montag, 23. November 2020

Düppel-Quarantäne 94: Trinkschlauch-Experiment Teil 2

Material: Trinkschlauch-Basis (s. https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2020/11/trinkschlauch-experiment-teil-1.html), Leder, gewachstes Leinen, optional Seil

Werkzeug: Schere, Nadel, optional Ahle

1. Um Trinkschlauch-Basis drumherum zeichnen um eine grobe Ovalform zu erhalten. Umfang des Ovals mit Schnur abmessen und Höhe abschätzen um einen Seitenrand zu erstellen. Die Höhe abschätzen und den Oval-Umfang X Höhe als Rechteck einzeichnen. Dann Rechteck an Enden schmaler zulaufen lassen (Ösen im Bild hab ich später abgeschnitten)

2. Teile zusammenähen. Dabei Öffnung oben weit genug offen lassen um nassen Schlauch reinzukriegen.

3. Trinkschlauch einweichen und reinschieben. Trinkschlauch um Mundstück legen (ggf zuschneiden) und durch Schnur-Umwicklung fixieren

4. Trinkschlauch aufblasen und aufgeblasen trocknen lassen

5. Optional Seil mit Seilschlaufen zu Träger fixieren (spleißen)

Verwendung: Mit Wasser füllen um zu verwenden (ggf. nach 5 Minuten nachfüllen, da Schlauch dann weich ist und in Lederhülle von unten ausfüllt). Immer wenn leer aufgeblasen trocknen lassen, da sonst schwer das nächste Mal aufzufüllen.

Erfahrung: ca. 7 Mal auffüllen, 24h hängen lassen, leeren, 24h trocknen lassen ging problemlos. Dann fing der Schlauch an zu schimmeln und ist dadurch brüchig geworden und hielt das Wasser nicht mehr. Anfangs hatte nach 24h das Wasser einen leichten Ammoniak-Geruch jedoch nicht zu schlimm. Kurz vor Ende der Lebenszeit war dem Wasser nichts mehr anzumerken.

Verbesserungspotential: Ich muss besser verhindern dass das Material schimmelt. Ansätze hierzu: Luftlöcher in das Leder schneiden, damit der leere Schlauch besser und schneller durchtrocknet. Die Literatur beschreibt für ähnliche organische Gebrauchsmaterialien (Darmsaiten für Instrumente, Darmkondome) dass sie mit Lauge ausgewaschen und anschließend mit Schwefel geräuchert wurden. Mal sehen was sich davon umsetzen lässt.

 

 










 

Sonntag, 22. November 2020

Düppel-Quarantäne 93: Trinkschlauch-Experiment Teil 1

Basierend auf der Blasenbearbeitung die im Kontext vom Blasenball https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2020/05/duppel-quarantane-65-schweinsblasen-ball.html vorgestellt wurde

Material für Teil 1: Holz, gereinigte Blase, Garn

Werkzeug für Teil 1: Bohrer (meiner ist 1,3cm Durchmesser), Schnitzmesser, Schleifpapier, ggf Säge

1. Bei Bedarf: Holz zu richtigem Format zuschnitzen

2. Loch durch Holz durch Bohren 

3. Holz in Form eines Mundstücks herunterschnitzen: Eine Lippe stehen lassen, dann dünner schnitzen und auf beiden Enden den Übergang von Innen nach außen ausrunden

4. zweites Holzstück zu einem locker reinruschenden Stopfen schnitzen

5. eingeweichte Blase von innen durch das Mundstück ziehen und über die Lippe drüberstülpen. Auf der Außenseite der Lippe mit Garn fixieren

6. Blase aufblasen und mit Stopfen so zustöpseln, dass sie aufgeblasen trocknet

Ansich kann man das so schon als Trinkschlauch verwenden, vorallem wenn man an dem Mundstück noch Schlaufen für ein Seil anbindet, da der Holzstopfen nicht 100%ig abdichtet und der Trinkschlauch deswegen nur nur senkrecht befüllt werden sollte. Jedoch wird die Membran so leicht verletzt, sodass es Sinn macht das Konstrukt zu erweitern.

Authentizität: Schweineblasen wurden für allerart Dinge benutzt. Mir ist kein Beleg für Düppel bekannt, Schweineblasen als Trinkschlauch zu verwenden. Jedoch tauchen Schweineblasen immer wieder in verschiedenen Kontexten als Trinkgefäß auf (z.B. sehr traditionell gibt es diese in Spanien immernoch). Ihre Eigenschaft als semipermeable Membran (Flüssigkeit kann von außen rein aber von innen nicht raus) macht sie prinzipiell sehr gut geeignet.

Was dabei schief ging: s. Teil 2





 











Freitag, 20. November 2020

Düppel-Quarantäne 91: Holz Seileraufbau

Weniger eine Anleitung als das Teilen von Bildern zur Inspiration. Gemacht in Wolin bei dem diesjährigen (reduzierten) Wikingermarkt. Hier gab es einen Seiler-Aufbau (Vergleiche meine Versuche in Post https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2020/05/duppel-quarantane-43-seiler-experiment.html ) der so weit ich sehen konnte vollständig aus Holz war. 

* Der Ankerpunkt ist ein natürlich Kurbelförmiger Ast mit einem durchgebohren Loch und durchgesteckten Stöckchen um das Seil daran anzubinden. Der Ankerpunkt hatte eine zusätzliche Scheibe aus nicht näher identifiziertem Material als Lagerung.

* Der Schlitten ist einfach ein Brett mit drei Kerben und einem Griff

* Die Warbeln sind aus Stock-Brettchen-Stock aufgebohrt, wieder mit einem durchgesteckten Stöckchen zum anbinden. 

* Das Warbelbrett ist einfach ein Brett mit drei Löchern und zwei Griffen

* Ankerpunkt und Warbel-Aufbau waren einfach mit Seil an einer Bank angebunden, das Basisbrett des Ankerpunkts hat zusätzlich jedoch zwei senkrechte Holznägel die verhindern dass es nach vorne gezogen wird.







Dienstag, 17. November 2020

Düppel-Quarantäne 88: Knochen färben

Material: zu färbendes Objekt, Färberpflanze, Wasser

Werkzeug: Topf über Hitze

Dies ist eher eine Diskussionsbasis als eine Anleitung: Färbe Knochen so wie du Wolle färben würdest (Pflanze in Wasser heiß machen, Knochen reinwerfen, warten bis bunt). Oder noch einfacher: schmeiß das Knochenobjekt mit rein wenn du Wolle färbst - oder bitte die Färbergruppe drum.

Authentizität: ... warum nicht? Vielleicht nicht unbedingt Krapp-Rot wie hier abgebildet, aber in Düppel-kompatiblen Farben spricht meineswissens nichts dagegen.

 



 


 

Mittwoch, 11. November 2020

Düppel-Quarantäne 82: Experiment Brennmittelvergleich

Aus Neugier.

Experiment: folgenden Brennmittel werden verglichen

* Paraffin-Wachs (Teelichtwachs)

* reines Bienenwachs

* Butter

* Schweinetalg

 

Vergleich 1: Brenneigenschaften bei identischem Docht und Behälter

Aufbau: identische Teelicht-Hüllen und Teelicht-Dochte werden mit unterschiedlichen Brennmitteln befüllt

Beobachtungen: Talg schmilzt am schnellsten, dann Butter, dann Paraffin-Wachs, zuletzt Bienenwachs. Paraffin und Butter brennen in diesem Aufbau etwa gleich gut, Bienenwachs schlecht und Talg sehr schlecht. Zwischen Butter und Paraffin ist kaum ein Unterschied in Helligkeit zu beobachten und das Volumen des Brennmittels nimmt etwa gleich schnell ab. Das Volumen von Bienenwachs und Talg nimmt aufgrund der kleineren Flammen langsamer ab. Die Flammen von Bienenwachs und Talg stottern etwas.

 

 Vergleich 2: Brenneigentschaften bei angepasstem Docht und gleichem Behälter

Aufbau: identische Teelicht-Hüllen sind gleich befüllt, jedoch erhalten Bienenwachs und Talg Leinenreste als Dochte, die Dochtlänge wird angepasst dass alle Brennmittel mit gleichhoher Flamme brennen

Beobachtung: zwischen den Flammen ist kein Unterschied zu sehen. Keine Flamme stottert, Papier das 40s schräg über jede Flamme gehalten wurde zeigt keinerlei Rusbildung - alle Flammen brennen klar. Der Brennmittelverbrauch lässt sich nicht vergleichen, da die angepassten Dochte auch zu Tropfen neben den Behältnissen geführt haben. Jedoch ist auffällig, dass die Talg-Lampe genau so wie eine Öllampe behandelt werden kann.