Sonntag, 31. Januar 2021

Düppel-Quarantäne 112: Rinder-Bohnen-Eintopf

Rezept von Ilka, 4 Portionen

 

Zutaten

1kg Rindfleisch (Schmorfleisch)

1kg frische Ackerbohnen (alternativ dicke Bohnen aus dem Glas)

Wasser nach Bedarf

Salz nach Geschmack

Wacholderbeeren nach Geschmack (ca. 1 Esslöffel)

3 gr Zwiebeln

Schmalz zum Anbraten (alternativ Öl)

 

Anleitung

1. Schmalz in Topf über Feuer (oder auf der Herdplatte)

2. Wacholderbeeren im Mörser anquetschen, Zwiebeln grob schneiden

2. Fleisch mit Wacholderbeeren scharf anbraten

3. Zwiebeln zu dem Fleisch in den Topf und etwas anbraten

4. mit Wasser ablöschen und auffüllen, min 1h (über dem Feuer min. 2h) köcheln lassen

5. Bohnen hinzufügen

6. köcheln bis Bohnen gar sind

7. mit Salz abschmecken und servieren

Schmeckt wie alle Schmorgerichte am zweiten Tag noch besser.

 


 

Samstag, 30. Januar 2021

Düppel-Quarantäne 111: Baumstamm spalten

Material: Baumstamm (möglichst gerade und astfrei)

Werkzeug: Spaltaxt, schwerer (Holz-) Hammer, Keile

Disclaimer: Achtung, hierbei kann man sich richtig verletzen! Ich hafte nicht! Achtet bitte besonders auf folgende Dinge: Ein voller Stamm der rollt oder fällt zermalmt Knochen. Beim Spalten steht er unter sehr viel Spannung also nie zwischen Stammteile fassen - wenn der Keil rausrutscht und die Hand dazwischen ist kriegt man die nicht mehr raus. Wer mit einem Metallhammer auf einen Metallkeil haut, riskiert dass Metallteile abplatzen und mit sehr hohem Tempo wegschießen - vorallem wenn die Metallkeile aufgepilzt sind.

1. Stamm sichten. Es ist gut möglich dass er bereits angefangen hat, entlang seiner natürlichen Reiß-linien kleine Risse zu entwickeln. Es hilft entlang dieser zu spalten. Es hilft auch, beim ersten halbieren besonders unschöne Stellen zu meiden

2. Spaltaxt in Riss ansetzen und mit Hammer einschlagen. Sie sollte weit genug eindringen, dass man einen Keil daneben ansetzen kann. 

3. Keil neben Spaltaxt einschlagen um Spaltaxt zu entlasten

4. dann Stück für Stück immer Keil setzen und einschlagen - entlang der Länge des Stamms.

5. Es ist durchaus möglich dass am anderen Ende des Stamms auch noch ein Keil eingeschlagen werden muss

6. Wenn zwischen den Keilen ersichtlich Fasern nicht durchreißen, dann kann man mit der Axt zwischen den Keilen in den Spalt schlagen um Fasern zu durchtrennen. Ggf muss man dafür den einen oder anderen Keil umsetzen.

7. Es kann helfen, lange "Keile" durchzuschlagen und besonders widerborstige Stammteile auseinander zu hebeln

Wenn der Stamm erst halbiert ist, dann können weitere Teilungen auf dieselbe Art getätigt werden, diese sind dann jedoch deutlich leichter.

Authentizität: Sehr wahrscheinlich, jedoch mit Hartholzkeilen und anderen Axtformen.














Freitag, 29. Januar 2021

Düppel-Quarantäne 110: Einsteiger-Brettchenborte

Diese Brettchenborte ist ein möglichst einfaches Muster, damit man sich an den Webmechanismus und die Spannung gewöhnt.

Material: 10 Webbrettchen, 2 Farben Wolle (hier grün und weiß)

Werkzeug: Gürtel um den Bauch, Fixierpunkt, (Stopf-)Nadel

1. Kette scheren (s. https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2021/01/duppel-quarantane-108-schnelles.html): in 6 Brettchen alle vier Löcher mit weißen Fäden, in 4 Brettchen alle vier Löcher mit grünen Fäden.

2. Kette zwischen Fixierpunkt und Gürtel spannen

3. Brettchen umsortieren, sodass sie folgende Reihenfolge haben: 2 weiße Brettchen, 2 grüne, 2 weiße, 2 grüne, 2 weiße

4. Brettchen umklappen, sodass sie folgende Orientierung haben (s. https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2021/01/duppel-quarantane-107-grundprinzip.html): SZSZSZSZSZ

5. alle Brettchen so drehen dass eine Kante parallel zum Boden ist (also sich ein Dreieck öffnet wo jeweils 2 Fäden oben und 2 Fäden unten sind)

6. Als Schussfaden wird einfach ein kleines weißes Wollknäuel verwendet

7. Schussfaden durchlegen

8. alle Brettchen in die gleiche Richtung eine viertel Drehung drehen (z.B. von einem weg)

9. Abwechseln 7 und 8 wiederholen bis sich die Brettchen nur schwer drehen lassen. Dann Drehrichtung wechseln und immer zu einem hin drehen bis es nur schwer geht. etc

10. Damit es sich nicht aufdröselt die Enden vom Schussfaden mit einer Nadel ein paar mal durch den bereits gewebten Stoff durchstecken. Dann kann der Schussfaden abgeschnitten werden










Donnerstag, 28. Januar 2021

Düppel-Quarantäne 109: Kette geordnet aufbewahren

Dieses Verfahren wird für alle möglichen Ketten verwendet, für moderne Webstühle und Gewichtswebrahmen, für Brettchen- und Kammborten. 

Kurzgefasst für Personen die häkeln können: man macht eine Reihe von Luftmaschen und zieht am Ende ein Ende durch die letzte Schlaufe.

1. Ein Ende nehmen. Wenn Brettchen oder Kamm bereits aufgefädelt sind, dann nimmt man das Ende das am weitesten von den Brettchen weg ist. Wenn man ein Fadenkreuz hat dann nimmt man das Ende das hiervon am weitesten entfernt ist. Ansonsten ist das Ende egal.

2. An diesem Ende Kette über Kreuz schlagen und langes Ende als Schlaufe durchziehen (Slipstek oder Flaschenknoten, hier auch schön dargestellt)

3. Durch die entstandene Schlaufe greifen und das lange Ende wieder als Schlaufe durchziehen

4. Punkt 3 wiederholen bis nur noch wenig Kette übrig ist

5a) wenn man an einem Gewichtswebstuhl oder eine Borte webt, dann zieht man durch die letzte Schlaufe das Ende von 1. (wie hier abgebildet). So kann man jederzeit mehr Kette abwickeln ohne die ganze Kette aufzudröseln. Abwickeln geht dann wie folgt: Ende rausziehen, ein paar Schlaufen aufziehen, Ende wieder reinstecken

5b) wenn man an einem modernen Webstuhl oder Webrahmen webt, dann zieht man durch die letzte Schlaufe das Ende auf das man sich gerade hingearbeitet hat (das andere Ende) durch. Abwickeln geht dann wie folgt: Ende rausziehen, alles abwickeln

Die Unterscheidung zwischen 5a) und 5b) ergibt sich dadurch, dass bei modernen Webrahmen oder Webstühlen die ganze Kette erst einmal auf einen Kettbaum gewickelt wird. Man braucht die Kette also ganz oder gar nicht, die Notwendigkeit Stückweise abzuwickeln entfällt. 

Authentizität: wieder so ein Verfahren das schwer ist nachzuweisen... mir sind keine Fundbelege spezifisch hierzu bekannt. Webgewichte werden oft gefunden und manche haben recht große Löcher welche darauf hinweisen könnten dass so eine "Kett-Wurst" durchgesteckt wurde. Aber wissen tu ich es nicht.
Die hier dargestellte Methode ist nach meinem Wissen Stand der Technik für modernes Handweben.

 

 









 

Mittwoch, 27. Januar 2021

Düppel-Quarantäne 108: Schnelles Aufscheren von Brettchen-Ketten

Dies ist eher ein Prinzip als eine volle Anleitung: Wenn man mit Webbrettchen eine Kette aufschert, dann kann man sich viel Zeit sparen indem man alle Brettchen mit demselben Fadenmuster (z.B. alle vier weiß oder zwei weiß dann zwei grün) gleichzeitig scheren.

Material: Brettchen, Wolle

Werkzeug: zwei Fixierpunkte, Schüssel

1. Wolle abwickeln damit man pro notwendigen Faden ein kleines Knäuel hat (z.B. bei vier grünen Fäden pro Brettchen braucht man 4 Knäuel grün)

2. So viele Brettchen wählen wie dieses Fadenmuster haben (z.B. 4 Brettchen haben alle vier Fäden weiß - wähle 4 Brettchen)

3. Die gewählten Brettchen als Stapel legen und durch jedes Loch den Faden von einem Knäuel durchziehen. Am Ende sollten z.B. alle Löcher 1 von allen Brettchen auf dem ersten Knäuel aufgefädelt sein, alle Löcher 2 von allen Brettchen auf dem zweiten, etc.

4. Die vier Fadenenden an einem Fixierpunkt A anbinden und die 4 Knäuel in die Schüssel legen

5. Mit der Schüssel von Fixierpunkt A zu Fixierpunkt B laufen. Dabei alle Brettchen mit entlang ziehen.

6. kurz vor Fixierpunkt B ein Brettchen fallen lassen. Die Fäden und restlichen Bretter um den Fixierpunkt B ziehen und kurz hinter Fixierpunkt B ein weiteres Brettchen fallen lassen. 

7. mit den restlichen Brettchen zurück zu Fixierpunkt A, Fäden darum legen und zurück zu Fixerpunkt B. 

8. Punkte 6 und 7 wiederholen bis keine Brettchen mehr im Stapel sind

9. Verfahren mit anderen Fadenmustern wiederholen, bis alle Brettchen versorgt sind. Am Ende Brettchen in richtige Reihenfolge und Orientierung sortieren, Brettchen bündeln und Kette von Fixierpunkten abschneiden

Authentizität: mir nicht bekannt, wie man das untersuchen will. Mir sind keine Belege bekannt, das Prinzip scheint aber genauso wahrscheinlich wie jedes andere Scher-Prinzip











Sonntag, 10. Januar 2021

Düppel-Quarantäne 107: Grundprinzip Brettchen-Weben

 Grundprinzipien von Brettchenweben

  • In jedem Brettchen sind mehrere (3-7, meist 4) Fäden. Wenn das Brettchen gedreht wird, werden diese Fäden verdreht
  • Für normale Brettchenborten ist der Ablauf: drehen - Schussfaden durchreichen - drehen etc
  • Daher bestehen die Borten effektiv aus aneinander genähte Kordeln
  • In welche Richtung jede einzelne Kordel verdreht ist, hängt von zwei Dingen ab: Brettchen-Orientierung und Drehrichtung der Brettchen. Dabei wird die Brettchenorientierung sowie die Kordel-Drehrichtung als " S " oder " Z " beschrieben (" Z " sieht aus wie / , " S " sieht aus wie \ , siehe Fotos)
  • Wenn man ein Z-Brettchen von der bereits gewebten Borte wegdreht (von sich weg), dann erhält man eine Z-Kordel. Bei derselben Drehung erhält man von einem S-Brettchen eine S-Kordel
  • Wenn man ein Z-Brettchen zu der bereits gewebten Borte hindreht (zu sich hin), dann erhält man eine S-Kordel. Bei derselben Drehung erhält man von einem S-Brettchen eine Z-Kordel





 

Samstag, 9. Januar 2021

Düppel-Quarantäne 106: Webbrettchen

Material: Starkfournier (1,5mm-3mm Dicke, dünnere Bretter können sich mit Feuchtigkeit verziehen)

Werkzeug: Teppichmesser, Schleifpapier, Bohrer (ca. 3-4 mm Dicke), Lineal

1. Bretter großflächig abschleifen (jetzt einfacher als später)

2. Bretter in 4,5cm x 4,5cm Quadrate schneiden (in Streifen schneiden und Streifen unterteilen)

3. ca. 8mm nach innen versetzt Löcher in alle vier Ecken bohren

4. Kanten abschleifen

5. Schliefpapier in Rolle wickeln und Löcher schleifen

Authentizität: Es gab Webbrettchen aus Holz, Horn und Knochen. Jedoch sind die meisten Funde die zeitlich zu Düppel passen sehr edel (z.B. mit Goldfaden broschierte Seidengewebe) und werden deswegen vermutlich eher Hartholz, Knochen oder Horn verwendet haben (da hier weniger Gefahr besteht, dass sich die edlen Fäden verhaken).