Montag, 4. Mai 2020

Düppel-Quarantäne 46: runder Halsausschnitt

... zur Tunika (https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2020/05/duppel-quarantane-45-tunika.html).

Material: Papier, optional: Tunika/Kleid, gewachstes Leinengarn
Werkzeug: Stift, optional: Nadel, Schere

1. Kopfumfang messen - da muss die Tunika/Kleid drüber.
2. Kopfumfang durch 2Pi teilen (also durch 6,28), dies ist der Radius des Kopfes -> Kreis mit diesem Radius malen
3. Nahtzugabe vom Radius abziehen (Minimum 8mm - gibt recht viel Luft, Maximum 12mm - passt nur knapp über Kopf) --> Kreis mit diesem Radius um dieselbe Mitte malen wie vorheriger Kreis
4. Linie durch die Mitte malen. Dieser Strich wird die Spiegelachse
5. Länge von Linie innerhalb innerem Kreis abmessen. Auf 2/3 der Länge einen Strich ziehen der senkrecht zu dieser Linie ist. Dieser Strich wird auf der Halsnaht liegen
6. Die zwei Stellen wo der Strich den inneren Kreis schneidet markieren. Hier einen kleinen Strich senkrecht dazu malen.
7. diese kleinen Striche in einer gerundeten Linie mit dem inneren Kreis verbinden. Dies wird die eigentlich ausgeschnittene Linie
8. entlang der Spiegelachse falten und ausschneiden

optional
9. auf Tunika/Kleid übertragen sodass die Spiegelachse auf der Mitte liegt und der Strich senkrecht dazu auf der Halsnaht liegt
10. ausschneiden
11. Stoff 5mm breit doppelt nach innen umfalten und festnähen

Authentizität: sowohl für Tuniken als auch für Kleider authentisch.










Sonntag, 3. Mai 2020

Düppel-Quarantäne 45: Tunika-Schnittmuster erstellen

... diese Anleitung ging nicht ganz so glatt wie die Bruche, weil ich das Zuschneiden überstürzt habe. Deswegen hatte ich versehentlich die Schultern zu schmal geschnitten und musste Stoffstücke einsetzen, hab keine Luft am Bauch gelassen und keine anständigen Fotos vom Zuschnitt gemacht. Entschuldigung.

Halsausschnitt mache ich getrennt, das ist nochmal ein bisschen rechnen.

Material: Papier, optional: Stoff, gewachstes Leinen
Werkzeug: Stift, Maßband, optional: Faden, Schere

1. Folgende Dinge messen (siehe Bild): Kopfumfang (für Halsausschnitt), Schulterbreite, Schulterlänge, Armlänge, Oberarmumfang, Handumfang (damit die Hand durch den Ärmel passt), Bauchumfang, Tunikalänge. Bei Personen bei denen der Brustumfang möglicherweise größer ist als der Bauchumfang, empfielt es sich diesen auch zu messen und statt des Bauchumfangs zu verwenden - ein bisschen mehr Luft am Bauch schadet niemandem. Beispielmaße sind wieder von meinem Mann, da ich etwas mehr atypisch gebaut bin und die Tunika für die Kleiderkammer ist.

2. Tunikaschnitt wie in Zeichnung erstellen. Dabei folgende Punkte beachten
* Ich hab Stoffumbrüche vergessen einzuzeichnen. Der Ärmel liegt oben auf einem Stoffumbruch, der Zwickel unter dem Ärmel auch (aufgeklappt ist er ein Quadrat) und die Geren (Dreieckskeile an den unteren Seiten der Tunika) auch - bzw. üblicherweise schneidet man eine Gere am Stoffumbruch und näht die übriggebliebenen kleineren Dreiecke zusammen um die zweite Gere zu bilden und Stoff zu sparen
* Um den Bauch braucht man Luft, mindestens 4cm auf jeder Seite hinzufügen
* an der Hand und am Oberarm auch je 2cm Luft hinzufügen
* die halbe Geren-Breite ist als 12cm vermerkt. Es sollte nicht weniger als 8cm sein und mehr als 20 ist auch doof, aber die genaue Breite hängt bei mir immer von der Größe der Stoffreste ab
* die Zwickel mit 14x14cm sind auch variabel, für Erwachsene mache ich üblicherweise diese Größe, für Kinder 10x10cm.
3. Nähen (alles außer Ärmelsaum und Halsausschnitt)
4. Halsausschnitt-Anleitung kommt morgen. Authentizität auch.






Samstag, 2. Mai 2020

Düppel-Quarantäne 44: Schnittmuster Bruche

Diese Bruche geht in die Kleiderkammer. Da ich persönlich eher atypische Maße hab, habe ich meinen Mann als Maß der Dinge verwendet.

Material: Papier, zum Nähen: Stoff und gewachstes Leinengarn
Werkzeug: gut passende Jeans (oder andere inelastische Hose), Maßband, Bleistift, zum Nähen: Nadel, Schere

1. Hose so zusammenfalten, dass der Hintern außen ist
2. Hose abmessen so wie in der Zeichnung dargestellt. Dabei ist wichtig, dass der Schritt maximal 5cm nach unten verschoben wird.
3. Schnittmuster erstellen wie in Zeichnung dargestellt. Der Schritt sollte nicht mehr als 2cm breiter werden, sonst fühlt sich die Hose doch sehr windelig an. Optional kann man den Schritt nach oben hin schmaler machen, um das Windel-Gefühl zu reduzieren.
4. Am Bund 5cm Nahtzugabe geben, sonst überall 2cm
5. Ausschneiden und nähen. Idealerweise Bund und Knöchel an Träger abstecken bevor sie genäht werden.

Authentizität: dies ist ziemlich gut für ein authentisches Schnittmuster

Passform: mein Mann findet sie gemütlich, auch wenn er das Konstruktionsprinzip befremdlich findet (er trägt üblicherweise keine Mittelalterklamotten).








Freitag, 1. Mai 2020

Düppel-Quarantäne 43: Seiler-Experiment

... wie im Titel angedeutet ein sehr experimenteller Post. Der Aufbau basiert auf diesem Artikel: http://www.brandenburg1260.de/seilerei.html

Material: sehr fester Draht, zwei gleichgroße Bretter, ein drittes kleineres Brett als Griff, ein Stück Holz als Schlitten, ein großer Nagel, zweiter, kleinerer Nagel, Schnur
Werkzeug: eine Zange zum Draht abkneifen und biegen, ein Bohrer, Schnitzmesser, Schraubzwingen,

Ankerpunkt:
1. Nagel zu Haken biegen
2. mit festem Draht Öse um Haken biegen sodass sich dieser möglichst frei drehen kann. Daran zwei weitere Schlaufen zur symmetrischen Befestigung erstellen.

Warbeln (Haken mit denen die einzelnen Schnüre gedreht werden):
1. vier gleichlange Längen Draht abtrennen (20-25cm lang)
2. in jede Drahtlänge einen Haken biegen
3. in die beiden gleichgroßen Bretter vier gleichverteilte Löcher bohren durch die der Draht gut passt (ignoriert bitte die anderen Löcher im Bild)
4. Drahtlängen durchschieben und jeweils in die gleiche Richtung um 90° abknicken, sodass ca. 4cm mit Haken vorne herausschauen
5. Drähte nach etwa 8cm noch einmal um 90° abknicken, sodass sie jeweils kleine Kurbeln darstellen. Es ist wichtig dass dieser zweite Knick bei jedem Draht an derselben Stelle ist. Diese geknickten Drähte sind nun die Warbeln.
6. an zweitem Brett nun Griff annageln

Schlitten (Objekt dass die Schnüre trennt und sich von Ankerpunkt gleichmäßig zum Ankerpunkt hin bewegt wird um das Verdrehen des Seils zu regeln)
1. Holzstück konisch formen
2. an vier Seiten jeweils eine Rille schnitzen, in die dann später Schnüre laufen werden

Aufbau:
1. der Ankerpunkt wird an einer festen Stelle angebunden, so dass sich der Haken gut drehen kann
2. das Brett mit den vier Warbeln wird mit Schraubklemme so befestigt, dass man die Warbeln gut drehen kann und die Haken zum Haken des Ankerpunktes gerichtet sind
3. vier Schnüre werden lose zwischen Ankerpunkt und den Warbeln angebunden
4. der Schlitten wird in die Schnüre gelegt, sodass er mit der Spitze zum Ankerpunkt liegt, nahe des Ankerpunkts ist und jede Schnur in einer Rille liegt
5. das zweite Brett - das sogenannte Warbelbrett - wird auf die hinteren Enden der Warbeln gesteckt
6. durch die Kreisbewegung des Warbelbretts (in Richtung der Verzwirnung der Schnüre) werden die Schnüre in sich selbst verdreht
7. Der Haken am Ankerpunkt sollte sich von alleine drehen um die Schnüre dann zu verdrillen. Ist dies nicht der Fall dann muss man ihn zwischendrin manuell drehen
8. Der Schlitten wird währenddessen gleichmäßig nach vorne Bewegt, um immer mehr Seil zur Verdrillung "freizugeben"
9. wenn der Schlitten bei den Warbeln angekommen ist, werden die Schraubzwingen gelöst um die Spannung zu lockern
10. Beide Enden des Seils können jetzt verdrillt werden

Authentizität: wäre historisch geschmiedet, aber das Prinzip ist akurat.

Was dabei schief ging: bei mir dreht sich der Ankerpunkt nicht leicht, was primär an der Natur der Befestigung des Hakens in seiner Fassung liegt. Möglicherweise würde es helfen wenn der Haken durch ein Brett ginge statt durch eine Drahtschlaufe. Noch besser wäre jedoch eine Metallhalterung. Außerdem müsste mein Schlitten glätter sein. Aber dafür hat das Ganze erstaunlich gut funktioniert.



















Donnerstag, 30. April 2020

Düppel-Quarantäne 42: Walnuss-Jauche-Färbung

Mir wurde erzählt man könnte so ein hervorragendes rotbraun herstellen...

Material: grüne Walnüsse (meine waren eingefroren), Wasser, Wollgarn
Werkzeug: Eimer

1. Walnüsse zerschlagen (ich hab diesen Schritt nicht gemacht und bin mir sicher dass es damit besser geworden wäre)
2. Wälnüsse 1-2 Wochen in Wasser liegen lassen
3. Wolle einlegen und ein paar Tage im Wasser liegen lassen. Regelmäßiges rühren hab ich auch vergessen, wäre aber empfehlenswert

Authentizität: Walnüsse sind als Färbemittel an der Grenze, da sie meineswissens erst kurz nach Düppel in Brandenburg eingeführt wurden. Wenn wir Walnüsse jedoch als gegeben ansehen ist diese Färbevariante sehr einfach und damit vermutlich wahrscheinlich.




Mittwoch, 29. April 2020

Düppel-Quarantäne 41: Fadenspulen

Material: dünne Holzleiste, Schnur
Werkzeug: Schnitzmesser, Bohrer, optional Säge, optional Schleifpapier

1. in ca. 3cmx5cm Plättchen unterteilen
2. in taillierte Form Schnitzen
3. Loch bohren
4. neben dem Loch eine kleine Kerbe schnitzen um Fadenende einzuklemmen
5. Optional abschleifen

Authentizität: diese Form von Fadenspulen wurde in Wikingerausgrabungen belegt. Es passt genug Näh-Faden für eine Bruche aber nicht für ein Zelt drauf. Möglicherweise wurden darauf auch Stickgarne aufbewahrt.





Dienstag, 28. April 2020

Düppel-Quarantäne 40: Knochennadeln

Material: Knochen
Werkzeug: Säge oder Axt, Feile, feiner Bohrer (max 2mm)

1. schmales Stück Knochen abspalten oder absägen
2. runterfeilen zu 3-4mm Dicke (in zwei Richtungen, die dritte hat die Länge des Splitters)
3. Loch in breiteres Ende Bohren
4. überschüssiges Material abschleifen

Authentizität: sehr

Was dabei schief ging: nur die wenigsten Splitter waren so wie ich sie wollte. Aber ich hatte keine Lust mehr auf sägen und mehr Knochen als ich brauch.