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Montag, 25. Mai 2020

Düppel-Quarantäne 66: Woll-Kämme

Material: hartes Holz, große Nägel
Werkzeug: Bohrer verschiedener Stärken, optional Uhu

Diese Anleitung ist ähnlich den Woll-Hecheln (https://babblingbrookcraft.blogspot.com/2020/04/duppel-quarantane-32-woll-hechel.html). Aber mit zwei Kämmen kriegt man die Wolle mehr entheddert und besser in schön saubere Kammzüge als mit Hechel, deswegen finde ich das lohnt sich trotzdem.

Die Anleitung basiert außerdem auf einem älteren Projekt. Ich habe den Nägeln die Köpfe entfernt und sie mit dem Hammer verdellt (im Schmiedefeuer auf Ambos) und im Feuer schwarzgebrannt (hier: so heiß gemacht dass Wachs verdampft und dann mit Wachs eingerieben). Sieht schicker aus, tut aber denselben Zweck wie normale Nägel.

1. 4 Stücke Holz zusägen: zwei Stücke 2x2x22cm (Griffe) und zwei Stücke 2x2x18cm (Querstück)
2. in Mitte von Querstück jeweils ein großes Loch bohren (1,2cm oder 1,5cm)
3. letzen 2cm von Griffen so runterschnitzen, dass sie in diese Löcher passen. Dann reinstecken
4. in orthogonal zu großen Löchern alle 1cm ein kleines Loch bohren (Durchmesser von Nagel). Dabei von der Mitte raus arbeiten. In der Mitte sollte ein kleines Loch senkrecht durch den Griff gehen
5. Nägel in Löcher stecken. Wenn man sie leicht verdellt hat dann sollten sie sich festklemmen, wenn nicht dann kann es sein dass man sie mit Uhu einkleben muss

Authentizität: Es gibt wohl Wikingerfunde von Wollkämmen mit Eisenzähnen, mir zeigte mal jemand eine angebliche Replik gezeigt bei der die Querstücke aus Geweih waren. Selber habe ich es nicht recherchiert, es könnte als auch nur Mittelalter-Mythos sein. Mir scheint es als recht viel Eisen dass sich doch eigentlich durch Hartholz ersetzen lassen müsste...

Mittwoch, 13. Mai 2020

Düppel-Quarantäne 55: Werkzeug schärfen

Morgen öffnet Düppel wieder seine Tore! Ich hab aber noch reichlich Ideen im Kopf und werde vorerst weiter machen, bis mir die Puste ausgeht. Aber anlässlich dieses Events schiebe ich ein paar andere Posts ein: Ausrüstung einsatzfertig machen.

Teil 1: Werkzeug schärfen

Material: Werkzeug, Wetzstein

So richtig möchte ich keine Anleitung schreiben, denn ich bin selber nicht gut darin und es gibt reichlich gute Anleitungen im Internet (zum Beispiel hier: https://www.youtube.com/watch?v=TB0Vd8-p380). Stattdessen hier ein paar Gedanken dazu:

* Ich fühle mich immer als könnte jeder besser Werkzeug schärfen als ich. Gleichzeitig werde ich nicht besser wenn ich es nicht versuche. Aktuell arbeite ich nach der Devise: jeder Schärf-Vorgang bei dem das Werkzeug nicht stumpfer geworden ist, ist ein Erfolg

* Scharten schleife ich mit der groben Seite meines Schleifsteins raus

* den letzten Schliff mit der feinen Seite mache ich meistens indem ich entlang der Seite der Schneide fahre

* Wenn am Ende feine Metallstreifen entlang der Schneide festhängen, dann kann man die an Lederstücken abrubbeln

... mehr weiß ich dazu auch nicht. Aber Werkzeug will gepflegt werden und dazu gehört regelmäßiges Schärfen


Sonntag, 26. April 2020

Düppel-Quarantäne 38: Augenbohrer

Material: großer Nagel, Pump-Bohrer oder Griff, Heißkleber
Werkzeug: Metallsäge, Hammer und harte Oberfläche, Feile, Heißklebepistole

1. Nagelkopf und Nagelspitze absägen (in bereits diskutierter Form - gegen einen harten Gegenstand halten und leise fluchen - geht für mich ganz gut, aber wenn ihr einen habt könnt ihr ihn auch in einen Schraubstock einspannen)
2. Ende der Nagelspitze platt klopfen
3. Ende der Nagelspitze wie in Bild dargestellt anfeilen: zu einer sehr flach zulaufenden Spitze formen und dann mit Kante von Feile in sehr flachem Winkel von beiden Seiten her links und rechts von der Spitze einfeilen. Es sollen V-förmige 'Schneiden' entstehen
4. In Pumpbohrer oder einfachen Griff einsetzen

Der Augenbohrer funktioniert so, dass man drei Spitzen hat: eine längere in der Mitte und zwei kürzere an den Seiten. Wenn man ihn aufsetzt trifft erst einmal nur die mittlere auf das Material. Erst wenn diese sich ein Stück durch Drehen des Bohrers reingefressen hat treffen die anderen Spitzen auf das Material. Diese ziehen dann ringförmige Rillen. Wenn die mittlere Spitze nicht länger ist, bleibt der Bohrer nicht an seinem Loch sondern wandert.

Authentizität: abgesehen von Heißkleber sehr, ein beliebtes Zierelement in Knochen, Zahn, Geweih und Holz





Samstag, 25. April 2020

Düppel-Quarantäne 37: Pump-Bohrer

Mein neuestes Lieblingsspielzeug! In diesem Video ab 7:10 sieht man, wie man so einen Bohrer verwendet https://www.youtube.com/watch?v=ZEl-Y1NvBVI

Material: ein gerades rundes Holz, zwei ca. rechteckige Hölzer, zwei kleine gleichschwere Steine (ca. 7g je), Lederschnur, Heißkleber, 2mm Messingdraht
Werkzeug: Heißklebepistole, Bohrer mit verschiedenen Durchmessern, Hammer, harte Unterlage, Feile, Drahtzwicker

Teil 1: Pumpmechanismus
1. Hölzer in Form schnitzen: ein gerader Rundstock etwa 25cm lang und 8mm Durchmesser, ein Rechteck ca. 12x2cm, eine Ellipse mit ca. 15-20cm x 2cm - alles kann proportional hochskaliert werden
2. Löcher bohren:
* in Rechteck ein Loch in Mitte dass fest auf Rundholz aufgeschoben werden kann, 
* in Ellipse ein Loch in Mitte in dass das Rundholz locker passt, sowie Löcher an jedem Ende durch dass das Lederband gut passt,
* in Rundholz an das obere (dünnere) Ende ein Loch in dass Lederband locker passt quer zur langen Achse des Stabs, und in's andere Ende ein Loch in dass der Messingdraht locker passt parallel zur langen Achse des Stabs
3. mit Heißkleber die Steine an den beiden Enden des Rechtecks festkleben. Dabei darauf achten dass das Rechteck ausbalanciert ist. Wenn man den Stab auf dem Finger balanciert, dann muss der Berührungspunkt mit dem Finger genau in der Mitte liegen
4. Rechteck von oben auf Rundstab schieben und wenn nötig mit Heißkleber befestigen
5. Ellipse von oben auf den Rundstag schieben.
6. Lederschnur durch Ellipse - Rundstabloch oben, Ellipse fädeln und so verknoten, dass die Ellipse ca 1,5cm über dem Rechteckstab waagrecht hängt wenn man den Rundstab senkrecht hält. Wenn man beim Pumpen am Rechteckstab anschlägt kann es sein dass man die Lederschnur noch etwas kürzen muss

Teil 2: Bohrkopf
1. ca 4-5cm Draht abtrennen und der vollen Länge nach plattklopfen. Dabei ein Ende besonders platt klopfen
2. besonders plattes Ende zu Lanzenspitzenform feilen. Die vorderen Kanten müssen scharf sein. Die Breite der Lanzenspitze wird der Lochdurchmesser
3. Ende ohne Lanzenspitze unten in Rundholz mit Heißkleber einkleben, sodass der Bohrkopf möglichst eine gerade Verlängerung des Rundholzes ist.

Authenzität: leider ist der Heißkleber hier nicht sehr nützlich, ansonsten ist das Ding bis in die Steinzeit bekannt und wurde im Mittelalter vorallem für Knochenarbeiten oder für Dekorationen verwendet. Ich liebe es um Augen in Knochen zu bohren - Augenbohrer kommt morgen.

Was dabei schief ging: ich hatte einen der Steine nicht richtig angeklebt und die Zentrifugalkraft unterschätzt. Irgendwann - ohne jegliche Vorwarnung - flog er plötzlich davon. Ich bin heilfroh dass keine Glasscheibe in der Flugbahn war, ich glaube er war schnell unterwegs... Steine gut(!) ankleben!










Montag, 20. April 2020

Düppel-Quarantäne 32: Woll-Hechel

Material: Brett, lange Nägel
Werkzeug: Bohrer, zwei Schraubzwingen

1. In Brett in ca. 1cm Abständen entlang einer Linie Löcher bohren, die den Durchmesser der Nägel haben
2. Nägel durch die Löcher fädeln
3. Brett mit Schraubzwingen an Tischkante befestigen

Morgen kommt die Verwendung der Woll-Hechel.

Authentizität: möglicherweise mit Holznägeln aus Hartholz, mir sind jedoch keine Funde bekannt