Montag, 20. April 2020

Düppel-Quarantäne 32: Woll-Hechel

Material: Brett, lange Nägel
Werkzeug: Bohrer, zwei Schraubzwingen

1. In Brett in ca. 1cm Abständen entlang einer Linie Löcher bohren, die den Durchmesser der Nägel haben
2. Nägel durch die Löcher fädeln
3. Brett mit Schraubzwingen an Tischkante befestigen

Morgen kommt die Verwendung der Woll-Hechel.

Authentizität: möglicherweise mit Holznägeln aus Hartholz, mir sind jedoch keine Funde bekannt




Sonntag, 19. April 2020

Düppel-Quantäne 31: Korb aus geflochtenem "Stroh"

Material: "Stroh", gewachster Leinenfaden, gegebenenfalls Leinenrest für Griff
Werkzeug: dicke Nadel

1. "Stroh" (hier Blätter von Schilfgras) einweichen
2. "Stroh" flechten. Hierzu ein Bündel nehmen (ich hab ca. 6 Blätter) und auf die Mitte ein zweites legen. Dann ganz normal flechten. Immer wenn ein Bündel dünn wird neue Halme nachlegen. Wir brauchen mehrere Meter von einem solchen Zopf. Fertig geflochten lassen diese sich dafür auch hervorragend einlagern.
3. Zopf anfeuchten (sofern trocken) dann Zopf flach im Kreis legen und mit gewachstem Garn annähen.  Wenn der Radius groß genug ist anfangen nach oben zu vernähen. Weitermachen bis der Korb die richtige Form und Größe hat.
4. Griff kann aus Zopf geformt werden oder getrennt annähen (z.B. Leinenrest)
5. Zopfende abschneiden, fest umknoten und an dem Korb-Körper gut annähen












Düppel-Quarantäne 28: Brettchen-rundweben als Webkante



Das Prinzip hatte ich irgendwann irgendwo gesehen und mir leider nur das Verfahren im Gehirn gespeichert, nicht die Quelle... ich hab mal unten Ansätze dazu noch einmal zusammengetragen.

Material: Kettfaden am Rande eines Webprojektes
Werkzeug: Brettchen

1. Kettfäden für mehrere Brettchen (mindestens 2, ich hab 3) genauso abmessen wie die Kette für das zu webende Textil.
2. Kettfaden wie beim normalen Brettchenweben (also gegen einen Baum oder so) zusammenbinden und Brettchen aufscheren. Kettfaden dann zwischen Kettbaum und Stoffbaum am Webrahmen direkt neben der restlichen Kette aufspannen (ich habe die Brettchenkette nicht mit auf den Kettbaum gewickelt sondern getrennt behandelt weil ich mir nicht sicher war ob ich eine andere Spannung brauche. Im Nachhinein gesehen hätte ich sie auch aufwickeln können)
3. Brettchen klappen sodass sie abwechseln in S und Z-Stellung sind
4. Brettchenrand mitweben: vor jedem Schussfaden zum Brettchenrand hin die Brettchen eine 1/4 Drehung drehen. Brettchen dabei auf der Ecke stehen lassen, sodass sich zwei Fächer öffnen. Schussfaden zum Brettchenrand hin durch das obere Fach ziehen. Schussfaden vom Brettchenrand weg durch das untere Fach ziehen. 1/4 Drehung drehen. etc.
5. Brettchen so lange in eine Richtung drehen bis es nicht mehr geht, dann Drehrichtung wechseln und wieder so lange in die andere Richtung drehen bis es nicht mehr geht
6. Bis zum Ende des Stoffs wie die normale Kette mitbehandeln. Wenn die Brettchen-Kette nicht auf dem Kettbaum mit aufgewickelt ist muss sie bei jedem Stoff-Aufwickeln abgemacht, abgewickelt und wieder angebunden werden.

Ich hoffe die Erklärung ist verständlich. Leider hab ich nur ein Bild vom Weben, die restlichen sind im Nachhinein gestellt. Ich hab das Internet nach ein paar weiteren Anleitungen und Fundkontexten durchsucht, leider war das nicht so dolle ergiebig...


Hier sind ein paar Quellen-Fragmente:
http://www.greydragon.org/library/Underwear/14c%20T&C%20161,%20tablet-woven%20edge.jpg

http://www.jalc.nl/cgi/t/text/text-idx04c9-2.html?c=jalc;sid=095741f1231d8f86c4f63866855fbf08;idno=m0201a02;view=text;rgn=div2;cc=jalc;node=m0201a02:4.4

Ich finde gerade tatsächlich keine einzige Quelle wo genau so gewoben wurde wie ich es habe (zwei Schussfäden pro Viertel-Drehung der Brettchen) aber ich bin mir sicher es irgendow gesehen zu haben und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich hatte irgenwann auch versucht eine Viertel-Drehung pro Schussfaden zu schaffen und es ist ein Kampf die Brettchenborte eng genug zusammenzuscheiben.

Authentizität: müssen wir die Kleiderkammer fragen








Samstag, 18. April 2020

Düppel-Quarantäne 30: "Stroh"hut


... zum Wochenende darf mal aufwändiger, oder?
Material: Stroh oder Schilfgras oder Binsen oder ähnliches Material, ich verwende Schilfgras, ab jetzt bezeichnet als "Stroh"
Werkzeug: Schüssel mit Kopfumfang, Brett, Heißkleber, Eimer mit Wasser, Schere, optional: Pfriem

1. Schüssel mit Heißkleber auf Brett kleben. Dies wird die Form über die geflochten wird.
2. "Stroh" im Wasser einweichen
3. zwei dicke Bündel (bei mir ca. 20 Halme je) über Kreuz auf Mitte der Schüssel legen
4. dünnes Bündel (bei mir ca. 5 Halme) in sich drehen und dann ein Ende über und ein Ende unter eines der Dicken Bündel auf dem Former legen. Auf der andere Seite des dicken Bündels kreuzen, sodass das dünne Ende das davor über dem dicken Bündel war nun unter dem nächsten dicken Bündel ist und das Ende das unter dem dicken Bündel war nun über dem nächsten ist. Dabei die Enden des dünnen Bündels immer drehen.  Hinter dem zweiten Bündel reihum wiederholen, bis man zwei Runden rum ist. Während dessen immer "Stroh" in das dünne Bündel nachfüttern, sodass beide Enden konstant dick sind.
5. jedes dicke Bündel in zwei Teile aufteilen, mit den beiden Enden des dünnen Bündel umflechten bis man an der Stelle ist wo die Schüssel auf das Brett trifft. Dabei immer wieder an den dünnen Enden ziehen, damit das Ganze nicht zu weit auseinander läuft. Und immer weiter Halme nachfüttern
6. jedes halbe dicke Bündel noch einmal in zwei Teile aufteilen. Nun sollten da 16 "Streben". Sollten die "Streben" dünn werden, immer Halme nachfüttern. Zwei Streben hab ich zusammengefasst, damit ich eine ungerade Anzahl hab und dann hab ich die dünnen Bündel zusammengefasst und einfach immer drunter-drüber-drunter-drüber... geflochten (immer wieder ziehen)
7. um den Rand zu flechten hab ich zwei Versionen probiert: einerseits geflochten und andererseits gedreht. Geflochten hat besser funktioniert, also hier Anleitung geflochten: an einer "Strebe" angefangen hab ich das Material aus dem dünnen Bündel und der Strebe zusammen entlang des Rands geflochten. Immer wenn eine Strebe dazukam wurde die mit eingeflochten, immer wenn das Material im Zopf zu dick wurde wurden Halme abgerissen. Am Ende wurden jedes Zopfbündel entlang des Zopfanfangs mit eingefädelt (hier hilft ein Pfriem)
8. trocknen lassen dann lose Enden abschneiden
9. Schüssel-Teil anfeuchten und auf dem Kopf trocknen lassen um den Hut anzupassen

Authenzität: dies ist fast genau wie die Replika-Sonnenhüte hergestellt sind die man kommerziell erhält. Die Form entspricht aber nicht was ich in Abbildungen sehe und die Herstellungsart ist schier unmöglich aus Abbildungen abzulesen...




































Freitag, 17. April 2020

Düppel-Quarantäne 29: Schafpelze zum Schlafpelz vernähen

Dies basiert auf den Schafspelz-Schlafrollen die viele haben. Ich wollte sowas auch, hatte aber schon Pelze die ich verwenden wollte, also hab ich diese zusammengenäht - altes Projekt.

Material: zwei Schafpelze, gewachstes Leinengarn
Werkzeug: scharfes Messer (z.B. Cuttermesser), dicke Nadel

1. Bei beiden Fellen identifizieren wo der Hals ist. Felle 'Hintern an Hintern' aneinander legen
2. Felle so abschneiden, dass sie sich an einer geraden Linie treffen. Beim Schneiden von Fellen immer von der Lederseite her mit einem Messer schneiden und versuchen keine Haare abzuschneiden.
3. Felle zusammennähen. Ich wollte eine Polnische Naht (https://de.wikipedia.org/wiki/Pelzn%C3%A4hen) wählen da die Haare zur Nahtlinie von beiden Seiten hinwachsen, hab aber glaube ich versehentlich eher eine Stoßnaht genäht... egal, wichtig ist dass man eine Naht wählt bei der man nicht dauernd beim Nähen Haare mit dem Faden durch's Loch zieht. Die Wikipedia-Anleitungen sind eigentlich gut...
4. Am Ende Haare die vielleicht doch in die Naht reingezogen wurden wieder heraussziehen
5. Auf der Fell-Seite mit einer groben Bürste vorsichtig die Haare in der Umgebung der Naht bürsten

Authentizität: Schlafrollen wurden immer wieder beschrieben, ob sie wirklich so aus zwei Schafsfellen bestanden ist mir unbekannt... aber es schläft sich darauf toll





Mittwoch, 15. April 2020

Düppel-Quarantäne 27: Webkanten zusammennähen

Keine Ahnung wo ich das her hab, ich glaube ich hab es von B abgeguckt..

Material: Garn (z.B. langes Ende vom Schussfaden), gewebter Stoff
Werkzeug: dicke Nadel

1. Garn am Anfang durch eine Schussfadenschlaufe an jedem Stoffteil ziehen und verknoten. Kurzes Ende im Stoff verweben, langes Ende wird zum zusammennähen verwendet
2. Jeweils eine Schlaufe des Schussfadens auf dem einen und dann auf dem anderen Stoffstück durchstechen - immer abwechselnd
3. am Ende wieder einen Knoten binden und vernähen

Obwohl die Fotos die Farbe des Schussfadens zum vernähen verwenden, wurde die Naht damit sehr auffällig und ich hab diese Naht wieder aufgetrennt und stattdessen die Farbe der Kettfäden verwendet - viel unauffälliger.

Authentizität: Keine Ahnung, muss ich die Kleiderkammer fragen





Dienstag, 14. April 2020

Düppel-Quarantäne 26: gewebte Fransenkante ohne Knoten fixieren


Hier habe ich die Anleitung her: https://www.purlsoho.com/create/finishing-with-hemstitch/

Material: Garn (z.B. langes Ende vom Schussfaden), gewebter Stoff
Werkzeug: dicke Nadel

1. Mit Garn mindestens zwei Kettfäden umwickeln
2. hinter den zwei Kettfäden unter mindestens zwei Schussfäden durchstechen und Garn wieder nach oben durchziehen
3. Schritte 1&2 für die volle Stoffbreite wiederholen
4. Enden des vernäh-Garns ein gutes Stück weit in den gewobenen Stoff zurückweben um sie zu sichern
5. Schnurenden abschneiden
6. Kette ein paar cm hinter Naht abschneiden um eine schöne Fransenkante zu bilden

Authentizität: Keine Ahnung, muss ich die Kleiderkammer fragen